Der große Psychiater Oliver Sacks hat seine Lebensjahre immer mit den Ordnungszahlen der Elemente im Periodensystem verknüpft. Demnach wäre ein Siebziger verbunden mit Ytterbium (Yb), einem nicht gerade aufregenden Metall, das aber (immerhin!) zu den seltenen Erden zählt. Und dass dieses mit Yb beginnende Kapitel ein besonderes sein muss, zeigt schon sein Endpunkt: 79 steht nämlich für Gold. Das klingt wie ein Auftrag: Mach Dich auf den Weg zum Gold. Damit man mit 80 dann so ist, wie das zugeordnete Element Quecksilber – glänzend und lebhaft.
Seit die westliche Welt immer stärker ergraut und Alter ein Thema der Werbung ist, werden die Trivialitäten wie „60 ist das neue 40“ und „Best-Ager“ immer zahlreicher. Als ob eine derartige Verbal-Behübschung die Wahrheit der Zahl Lügen strafen könnte.
Dabei muss man nichts behübschen. Alter ist ganz einfach.
Erstens weil „Ich“ immer noch „Ich“ bin, in den Siebzigern wie als Teenager.
Zweitens weil es vom Standpunkt abhängt: Alt – das ist immer jemand, der älter ist als ich, – also bin ich noch nicht alt. Und wenn schon.
P.S.: Bis nächsten Freitag!
