DIE ALTE

ALT SEIN IST KEINE KATASTROPHE

Alter ist doch kein Thema!

26.03.2026

Warum reden wir alten Menschen eigentlich ständig über unser Alter? Für die jungen Menschen ist die Jugend ebenso wenig Thema wie für die Mittelalterlichen das (Lebens-)Mittelalter.

Nur wir umkreisen unsere fortgeschrittenen Jährchen unablässig. „Du, die A. hat sich schon wieder liften lassen. Also ich steh‘ zu meinem Alter und den Falten!“ Dabei hätte man auch sagen können: „Sie legt halt viel Wert aufs Aussehen“. „Ach, Sie brauchen eine neue Hüfte? Jaja, in unserem Alter wird man langsam zum Ersatzteillager…“, statt einfach die Kunst der Medizin zu loben. 

Sogar am Familien-Tisch müssen wir mit unserem Reichtum an Jahren angeben. „Ich bin natürlich schon alt, aber was ist diese Taylor Swift schon gegen Joan Baez?“ (Vwergessen, wie unser Opa uns die Beatles madig machen wollte?!) Und dann die viel zu oft als Erinnerung getarnten Belehrungen: „Also, zu meiner Zeit…“ und „Wir haben ja noch…“. 

Dieses ständige Erwähnen unseres Alters fällt uns gar nicht mehr auf: Offensichtlich kreisen auch unsere Gedanken exklusiv um unser Alt-Sein. Dabei: Schmerz, Verlust, Einschränkung – sie haben nicht nur mit dem Alter zu tun, sie treffen uns das ganze Leben. Und daneben gibt es auch immer und immer noch viel Freude, Lust und Glück. Erinnerungen sind immer wunderbar – doch nur wir Alten übersehen mit dem ständigen Blick aufs Gestern das Heute und das Morgen (oja, auch das haben wir!). 

Also: Zerbrechen wir uns den Kopf, wann die erste Rose blüht, wohin der nächste Spaziergang geht und mit wem wir heute Abend plaudern wollen. Und das Thema Alter verschieben wir – auf übermorgen.

P.S.: In vier Tagen wieder! Bis dahin schönes Altsein!

Wer ist die Alte?

Die Alte hat ein Journalistenleben hinter sich. Zuletzt schrieb sie einige Jahre lang die Kolumne „Alt, na und?“ im KURIER. Nun ist sie modern geworden und ins Netz gegangen…

Sie haben ihr etwas zu sagen? Bitte sehr…
briefkasten@diealte.at

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