DIE ALTE

ALT SEIN IST KEINE KATASTROPHE

Die Alte schäumt

20.01.2026

Sie haben kein Brot? Na, dann sollen sie doch Kuchen essen.

Der Satz stammt zwar sicher nicht von Marie Antoinette, diese Geisteshaltung gegenüber ihren Untertanen wurde ihr aber zugeschrieben und sie verlor ihren Kopf auf der Guillotine.

Die Pensionisten jammern, dass der Wiener Straßenbahnfahrschein für Senioren von € 1,50 auf € 3,20 erhöht wurde? Na, dann sollen sie sich doch die Jahreskarte um knappe € 300 Euro kaufen!

Der Satz stammt zwar auch nicht vom Wiener Bürgermeister, sondern von einem seiner Unterläufeln, aber er spiegelt sehr wohl die Geisteshaltung des obersten Rathausmanns gegenüber seinen alten Mitbürgern. Und trotzdem wird er wohl seinen gut gepolsterten Sessel bei den nächsten Wahlen nicht verlieren – die sind ja erst in vier Jahren und bis dahin rechnet er mit dem großen Vergessen. 

Die Alte schäumt.

Über eine mehr als 100prozentige Preiserhöhung, über die Geringschätzung von Pensionisten, vor allem aber darüber, dass man glaubt, mit alten Menschen machen zu können, was man will.

Da wird viel Regierungslärm um eine Mehrwertsteuersenkung gemacht, die vierköpfigen Familien 8 € (in Worten: acht Euro) im Monat sparen soll – nach Adam Riese alleinstehenden Pensionisten also 2 Euro. Und hurra, damit ist in diesem Monat schon eine Straßenbahnfahrt wieder abgedeckt! Aber auch nur, wenn keine in Plastik eingeschweißte Wurst im Einkaufswagerl gelandet ist – denn dann ist ja die neue Plastikabgabe fällig, mit der man sich die Mehrwertsteuersenkung zurückholen will.

So bekämpft man die Inflation in Absurdistan: Auf ein paar Lebensmittel die Mehrtwertsteuer von zehn auf fünf Prozent senken, dafür eine neue Abgabe auf Plastikverpackungen einführen und auch noch die Länder und Gemeinden ihre Gebühren in die Höhe schnalzen lassen.

Für Öffi-fahrende Pensionisten in Wien um ganze 113 Prozent. Wenn das kein Grund zum Schäumen ist.

P.S.: In vier Tagen hat die Alte vielleicht ausgeschäumt und ist wieder fröhlich!

Wer ist die Alte?

Die Alte hat ein Journalistenleben hinter sich. Zuletzt schrieb sie einige Jahre lang die Kolumne „Alt, na und?“ im KURIER. Nun ist sie modern geworden und ins Netz gegangen…

Sie haben ihr etwas zu sagen? Bitte sehr…
briefkasten@diealte.at

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